Friedhofsgebührensatzung für die Friedhöfe in Biegen und Pillgram

Siegel der Ev. Kirchengemeinde Biegen  – Jacobsdorf

Nach § 44 Abs. 1 des Kirchengesetzes über evangelische Friedhöfe (Friedhofsgesetz ev. FhG ev.) vom 29. Oktober 2016 hat der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Biegen-Jacobsdorf für die Friedhöfe in Biegen und Pillgram die nachstehende Friedhofsgebührenordnung beschlossen:

§ 1 Ruhefristen

Die Ruhefristen werden wie folgt festgelegt:

  • für Erdbeisetzungen auf 25 Jahre
  • für Erdbeisetzungen von Kindern bis zum vollendeten 5. Lebensjahr und Totgeburten auf 20 Jahre
  • für Erdbeisetzungen von Kindern ab dem vollendeten 5. Lebensjahr auf 20 Jahre
  • für Urnenbeisetzungen auf 20 Jahre

§ 2 Bestattungsgebühren

  • Einzel – Grabstätte 400,00 €
  • Doppel – Grabstätte 750,00 €
  • Urnengrabstätte 300,00 €
  • Urnenwiese (Urnengemeinschaftsanlage) 750,00 €
  • Raumnutzung Kirche oder Trauerhalle  80,00 €
  • vorbereitende Reinigung von Kirche oder Trauerhalle  40,00 €
  • Bewirtschaftungskosten: (Wasser/AbfaIl/Grünflächenpflege/Baumpflege)
    Einzel- und UrnengrabsteIle
    ab 2017: 10 Euro/Jahr
    ab 2018: 12 Euro/Jahr
    ab 2019: 14 Euro/Jahr
    Doppelgrabstelle
    ab 2017: 20 Euro/Jahr
    ab 2018: 24 Euro/Jahr
    ab 2019: 28 Euro/Jahr
  • Aufstellen von Grabmälern
    EinzeIgrabsteIle: 15 Euro
    DoppelgrabsteIle: 30 Euro
    Umengrabstätte: 15 Euro

§ 3 Inkrafttreten

Die vorstehende Gebührenordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung, jedoch nicht vor dem 01.03.2017 in Kraft. Maßgebend für die Anwendung ist der Tag der Zusage der Leistung.

Jacobsdorf, 04.01.2017

Evangelische Kirchengemeinde Biegen – Jacobsdorf


   

                 

 

Kirchenaufsichtliche Genehmigung

Friedhofsordnung für die Friedhöfe in Biegen und Pillgram

Biegener Kirchgeschichte V

Abriss der Geschichte der Biegener Kirche einschließlich ihrer Einbindung in die kirchengeschichtliche und örtliche Entwicklung bis in die Gegenwart

Teil V seit Beginn des 21. Jahrhunderts

 

  • Okt 2004 Die umfangreiche Sanierungsarbeiten, begonnen unter Pfarrerin Frau Perlwitz – Böhm finden ihr Ende unter dem neuen Pfarrer Herrn Althausen. 24 Balken der Dachkonstruktion sind gewechselt, Turm und Glockengestühl sind repariert, im Kirchenschiff wurden Dielung und Dachstuhl erneuert, das gesamte Kirchdach neu eingedeckt. Mauern wurden geklammert und geankert und die Fassade restauriert. Es entstand eine neue Wegebefestigung rund um die Kirche. Insgesamt wurden rund 500.000 EUR verbaut, welche von den 4 Kirchgemeinden, vom Konsistorium der Evangelischen Kirche, vom Kirchkreis, dem Landkreis und dem Land Brandenburg zur Verfügung gestellt wurden.
  • 1.1.2004 Aus der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz (EKsoL) und der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (EKiBB) wird die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) (Neubildungsvertrag pdf), eine neue Grundordnung tritt in Kraft. 
  • 2006 Dorfkirchentag
  • September 2007
Pfarrhaus Biegen

das Pfarrhaus in Biegen

ehemalige Schule

die ehemalige Schule, später als Kindergarten genutzt, heute Wohnhaus mit Gemeinderaum

Eingangstür

die Eingangstür, heute zum Gemeinderaum

  • 28.05.2010 Konfirmation

Spreejournal der MOZ

  • 11.07.2010 Dorfkirchentag
Dorfkirchentag 2010 Biegen

Gemeindeblatt September/Oktober 2010

Gemeindebrief 17/2011

  • 27.05.2012 Konfirmation

Gemeindebrief 25/2012 Konfirmation von Anna Döbis

  • Ostern 2013 Stiftung einer mit italienischen Spitzen gefassten Altardecke durch Frau Edith Zühlke. Im Juni 2013 ihren 100. Geburtstag feiernd, ist Frau Zühlke unser ältestes aktives Gemeindeglied.

Gemeindebrief 30/2013

  • 28. 02. 2014
  • Pfingstsonntag, 8.05.2014 Konfirmation
Konfirmation

Gemeindebrief 37/2013 Lea Brose (links) und Luise Pfundstein (rechts)

  • Pfingstsonntag, 4.12.2016 Abschluss-Gottesdienst für Rita Perlwitz-Böhm P.i.R. nach 30-jähriger Tätigkeit. Sie war von 1987 bis 1998 Pastorin für Biegen und Pillgram, später auch Briesen und Jacobsdorf.

Rita Perlwitz-Böhm P.i-R. Gemeindeblatt 8/2017

  • April 2017 in der alten Räucherkammer im Pfarrhaus Biegen aufgefunden

Nicht zu den Vasa Sacra gehört der Pokal rechts mit der Aufschrift: „Gast-Gig-Vierer. Damenpreis. Cüstrin, 20.6.09.“  Gemeindeblatt 9/2017 (Gig – Ruderbootstyp für das Wanderrudern)

Leuchter

Leuchter  Gemeindeblatt 9/2017

ein kleiner Kelch im Futteral für das Krankenabendmahl

ein kleiner Kelch im Futteral für das Krankenabendmahl Gemeindeblatt 9/2017

Futteral

Futteral  Gemeindeblatt 9/2017


 

 

Quellen:
Heinrich, Gerd; Bahl, Peter (1999): Tausend Jahre Kirche in Berlin-Brandenburg. Berlin: Wichern.
*) Jerchel, Heinrich (1912): Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg: tl. 6. Kreis Crossen: Deutscher Kunstverlag.
*) Neugebauer, Wolfgang (1985): Absolutistischer Staat und Schulwirklichkeit in Brandenburg-Preussen. Berlin: De Gruyter (Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, 62).
*) Bliss, Winfried (1978): Die Plankammer der Regierung Frankfurt an der Oder.
*) Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil VII Lebus. Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar, 1983
*) Berthold Schulze: Besitz- und siedlungsgeschichtliche Statistik der brandenburgischen Ämter und Städte 1540-1800. Beiband zur Brandenburgischen Ämterkarte. Einzelschriften der historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, Band 7, Im Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin, 1935.
*) Paul Niekammer, Güteradressbuch Band VII, Provinz Brandenburg, 1929 Leipzig
*) Riedel, Adolph Friedrich: Codex diplomaticus Brandenburgensis.Berlin: Morin.
*) Martin Schulze; Wolf Bergelt (Hrsg.): Orgelhandbuch Brandenburg, Bd. 5: Oder-Spree. Verlag Freimut & Selbst, Berlin 2007
*) Ludat, Herbert (1991): Bistum Lebus. Studien zur Gründungsfrage und zur Entstehung und Wirtschaftsgeschichte seiner schlesischpolnischen Besitzungen.1942. Aufl. Hildesheim: Olms.
*) Wohlbrück, Siegmund Wilhelm (1829-1832): Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Berlin
*) Ludat, Herbert: Das Lebuser Stiftsregister von 1405. Studien zu d. Sozial- u. Wirtschaftsverhältnissen im mittleren Oderraum zu Beginn d. 15. Jahrhunderts.
Wiesbaden: Harrassowitz in Komm (Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen Reihe 1, Gießener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens, 9).

*) Viadrina Frankfurt (2003): Uni on. Zeitung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Nr. 39 August 2003.

Die Pfarrer und Küster in Jacobsdorf

Pfarrer:

  • 1405 eine Pfarrstelle ist im Lebuser Stiftsregister erwähnt
  • 1534 Thomas von Taubenheim (Tawbenheim), katholischer Pfarrer (urkundlich 8.1.1534), (derer von Taubenheim (Taubenhein) sind ein adliges Geschlecht aus Meißen und Rochlitz, ihr Sitz war Bedra bei Freiburg, in einer Urkunde von 1537 wird ein Ditterich von Taubenheim in der Mark Brandenburg erwähnt)
  • um 1540 Thomas Fröhlich (+ 1603)
  • bis 1594 Henke
  • 1618 – 1620 Christoph Lierse
  • 1621 – 1624 Martin Schumann
  • 1624 – 1669 Magister H. M. Balthasarus (Bartholomae) Lampert(us) (1596-1669), verheiratet mit Barbara Wiese, seine Tochter Marie Elisabeth heiratet Pfarrer Christoph Hindenberg aus Seelow, nach dessen Tod ehelicht sie am 7.7.1674 Magister Christian Gedicke (getauft 8.12.1644) aus Fürstenwalde
  • 26.1.1670 – 1674 Magister Friedrich Rißmann (+1674)
  • 1674 – 1682 Martin Höne
  • 1682 – 1687 Magister Gottlieb Treuer (sein Sohn ist Gottlieb Samuel Treuer (24.12.1683 Jacobsdorf – 25.2.1743 Göttingen, Prof. der Moral und Politik in Helmstedt, seit 1734 Prof. des Staatsrechts, der Moral und der Politik in Göttingen)
  • 1687 – 1715 Martin(us) Alex(ius), verheiratet mit Eva Sophie Becker, Söhne Adam Friedrich (*29.3.1698) und Christoph Gottlieb (1690-1770)
  • 1715 – 1735 Magister Christoph Gottlieb Alex(ius), geb. in Jacobsdorf 24.10.1690 – 20.7.1770, Univ. Frankfurt (Mag.) und Halle, ordiniert 15. 5. 1715, später Archidiaconus am Stendaler Dom (bis 1750), heiratet am 10.5.1718 in der Frankfurter Nikolaikirche Johanna Dorothea Coßmar, Tochter des Pfarrer Kaspar Coßmar aus Kunersdorf
  • 1736 – 1757 Georg Ernst Ruhm
  • 1758 – 1772 Magister Gottfried Ohm
  • 1772 – 1778 Johann Gottlieb Ruhnecke
  • 1780 – 1808 Magister Johann Gottfried Fleck (+Anf. 1808)
  • 1808 – 1815 Heinrich Wilhelm UleUnterschrift Ule
  • 1815 – 1817 Johann Gottlieb Tetz (ab 1818 nach Müllrose versetzt, ihm wurde nachgesagt, die Predigten immer vom Blatt abgelesen zu haben, er war aber im Kampf um Belange von Schule und Bildung sehr aktiv)
  • 1818 – 1860 Magister Carl Gottlob Raschig (1785 – 1860) (Bücher über den Gartenbau, Bienenzucht), er war Mitglied der Königlich-Preußische Märkische Ökonomische Gesellschaft zu Potsdam, Verwandter des Mag. Christian(us) Ehrgott Raschig, Dresden 1726-1796) ? Pfarrer Rudolf Ottomar Raschig (21.9.1825-27.10.1882) sein Sohn?
  • 1861 – 1887 Friedrich August Hildebrand
  • 1887 – 1904 Hugo Ernst Theodor Friedenreich (Superintendent, Reppen, Weststernberg 1904-1911)
  • 1904 – 1913 Superintendent Lic. Dr. Alexander Johannes Röhricht, aus Bonn am Rhein (4 Töchter, 3 Söhne)
  • 1913 – 1918 Karl Michael Friedrich Rochlitz
  • 1919 – 1945 Johannes Wapler (* 27.12.1876 + 13.12.1945 an Typhus)Unterschrift Ule
  • 1946 – 31.8.1953 Otto Lipski
  • 1954 – 1957 Rudolf Pandow
  • 1957 – 1967 Walter Baaske
  • 1968 – 1975 Erhard Plume
  • 1985 – 1998 Petra Schulz (Pädagogin mit Pfarraufgaben in Jacobsdorf)
  • 1987 – 1998 Rita Perlwitz-Böhm (Parochie einschließlich Jacobsdorf), Wohnsitz Pfarrhaus Biegen
  • ab Juni 2017 vakant

Küster:

Die Küster waren bis zur Trennung des Schulwesens von der Kirche zugleich die Schulmeister und unterstanden dem Pfarrer.

  • vor 1671 Hans Lehmann, Schulmeister 
  • 1671 Gottfried Steppin, Garnweber und Schulmeister
  • 1708 Nikolaus Koch (+1725), Buchbinder und Schulmeister (Schwiegersohn des G. Steppin)
  • 1725 Christ. Ludw. Lehmann, Schulmeister (sein Vater war geistlicher Inspektor in Müncheberg)
  • 1738 – 1785 Johann Salomon Lehmann (Sohn von C. L. Lehmann)
  • 1781 – 1789 Karl Friedrich Bessin (Schwiegersohn des J. S. Lehmann), Schneidergeselle, wird Adjunkt und Schulmeister
  • 1789 – 1824 Ludwig Bessin (Bruder des Karl Friedrich und Ehemann von dessen Witwe), Schulmeister und Schneider
  • 1824 – 1859 Johann Christian Lehmann (Schwiegersohn des Bessin und aus der Lehmannfamilie, welche in der Vergangenheit die Ämter inne hatte), Lehrer und Seidenbauer
  • 1860 – 1870 Julius Seidel (+1870, Lungenentzündung), Lehrer
  • 1870 – 1874 Friedrich Schlegel aus Zechin, Lehrer
  • 1874 – 1904 Robert Kusatz aus Berkenbrück, Lehrer, “ein stattlicher Mann mit Vollbart”, unter den weiteren jüngeren Lehrern war unter anderem ein Schwiegersohn des Herrn Kusatz, welcher für seine Schläge mit dem Rohrstock gefürchtet war
  • 1904 – 1931 Paul Kleindienst (+1934 in Fürstenwalde), 27,5 Jahre Lehrer in Jacobsdorf, war als Lehrer sehr beliebt für seinen wunderbaren Unterricht, musste aber frühzeitig wegen seiner schweren Rheumaerkrankung pensioniert werden. Denecke, Lehrer
  • 1942 – 1944 Oskar Krause (1902 – 1945), Lehrer

Unser Pfarrer

Seit April 1999 war Pfarrer Andreas Althausen für unsere Gemeinden zuständig. Da die Müllroser Kirchgemeinde mit ihrer Pfarrerin Susanne Fischer-Kremer nur eine halbe Pfarrstelle besetzen durfte, unterstützte er mit 25 Prozent seiner Arbeitszeit die Gemeinde Müllrose. Das betraff insbesondere die Übernahme von Gottesdiensten, Unterstützung bei der Seelsorge und die Durchführung von Frauenkreisen, Frauenrunden und Seniorenkreisen in Müllrose. Beide Kirchengemeinden haben jeweils etwa 800 Gemeindeglieder. Zu Müllrose gehören Mixdorf,  Schernsdorf, Biegenbrück, Dubrow, Schlaubehammer, Kaisermühl, sowie das Christophorusheim an der Ragower Mühle. Gottesdienste finden in Müllrose, zweimal im Monat in Mixdorf und einmal monatlich in Dubrow statt.

Mit der Übernahme der Pfarrstelle in Müllrose durch Pfarrer Matthias Hirsch entspannte sich diese Situation und man konnte sich wechselseitig vertreten. Trotzdem hinterließ diese berufliche Belastung ihre Spuren.

Pfarrer Althausen wird nach gesundheitlichen Problemen in einem Gottesdienst am 11. Juni 2017 um 14 Uhr in Jacobsdorf feierlich aus dem Dienst verabschiedet und bezieht das Pfarrhaus in Biegen. Die Vakanzvertretung wird Pfarrer Hirsch aus Müllrose wahrnehmen.

Pfarrer Andreas Althausen

Pfarrer Andreas Althausen

Pfarrer Andreas Althausen

Pfarrer Andreas Althausen ganz rechts

Pfarrer Althausen ganz rechts am “Kreuz der Begegnung”

Das “Vater unser” auf polnisch:

Ojce nasz,

który´s jest w niebie,
´swie’c sie imie twoje;
przyid’z Królestwo Twoje,
bad´z wola Twoja, jako w niebie,

tak i na ziemi.
Chleba naszego powszedniego

daj nam dzisiaj.
I odpu´s´c nam nasze winy,

jako i my odpuszczamy naszym

winowajcom.
I nie wód’z nas na pokuszenie,
ale nas zbaw ode zlego.
Amen.

 

Spreejournal MOZ 22.12.08,
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Kirche Sieversdorf

Kirche Sieversdorf

  • 1250-1300 Kirche aus behauenen Granitquadern erbaut, Langhaus mit halbkreisförmiger Apsis und einem in ganzer Breite vorgesetzten Westturm mit spitzbogigem Westportal
  • 1393 urkundlich“Syuerstorp” 
  • An der Südwand auf der Orgelempore sind Reste einer frühmittelalterlichen Wandmalerei, diese entstanden am Ende des 14. Jahrhunderts. Die Bilder zeigen Adam und Eva nach der Vertreibung aus dem Paradies, Eva mit Wiege und Spindel und Adam, der den Acker bestellt. In den 1950ern freigelegt, wurde nur dieses Stück restauriert, obwohl man davon ausging, dass die gesamte Kirche bemalt war.
  • 1400-1500 zwei Glocken, eine von 80 cm Durchmesser, am Hals spätgotische Minuskel “O o rex o glorie o criste o veni o cvm pace o” getrennt von Rosetten, die kleinere mit 50 cm Durchmesser trägt am Hals ein Weihekreuz, acht spätgotische Minuskel ohne Inhalt und den brandenburgischen Adler

Malerei

  • nach 1400-1425 kunsthistorisch bedeutsamer Schnitzaltar aus einer anderen Kirche, er besteht aus Teilen unterschiedlicher Zeit- und Stilepochen. Die zwölf katholischen Heiligenfiguren der Seitenflügel werden auf die Zeit um 1400 – 1425 datiert, die ursprünglich heiligen Jungfrauen wurden im Zuge der Reformation zu Aposteln umgeschnitzt, und man fügte ihnen Bärte an. Predella und Unterbau wurden bei der Restaurierung 2005 angefügt. Der alte Altar konnte nach dem Umbau im 19. Jahrhundert nicht mehr restauriert werden, an ihn erinnert heute nur das Altarmittelbild an der Südwand

AltarAltarbild

  • nach 1648-1700 verschiedene Umbauarbeiten, Anpassung der Fenster, hölzerner Taufengel (später auf dem Kirchenboden gelagert), silbervergoldete Pantene mit Weihekreuz, eine Pantene aus Zinn
  • 1682 Orgelempore
  • 1683 Oberteil des Turmes erneuert, nun als verbretterter quadratischer Fachwerkbau mit vierseitiger Pyramide, Wetterfahne mit der Jahreszahl 1683. Fachwerkbau an der Nordseite über der Gruft vermutlich mit Anbau für die Patronatsherrschaft
  • 1672 Erinnerungstafel an Adolf Friedrich von Strantz (1657–1672), heute verschollen
  • nach 1712 Wappenepitaph mit der Ahnentafel des Friedrich von Strantz (1601–1671) und dessen Ehefrau Lukretia von Wulffen (1626–1712)

Gedächtnistafel

  • nach 1723 Gedächtnis-Tafel mit den Gemälden des Patronatsehepaars Ludolf Ehrentreich von Strantz (1660–1723) und dessen Ehefrau Elisabeth Charlotte von Strantz, geb. von Birckholz (1675–1718). Über ihnen der Cronos (Todesengel), oft als Sensenmann bezeichnet, um an die Endlichkeit des irdischen Daseins zu erinnern. Die Gemälde sind eine 2005 von der Familie von Strantz gestiftete Kopie, da die Originale 1993 gestohlen wurden.

Wappentafel

  • 1737 Orgelempore erneuert
  • 1749 zwei vergoldete Altarleuchter mit den Initialen C.L.v.S. (von Strantz) und (nachträglich graviert) M.A.K. (Karbe)
  • 1891 Sauer-Orgel mit fünf Registern im Manual und einen Register im Pedal als Ersatz für die ursprüngliche Orgel

Sauerorgel

  • 2. Oktober 1859 General-Superintendenten Dr. Büch weihte die Kirche neu, nachdem unter Leitung von Carl Friedrich Ferdinand Leopold Karbe eine Renovierung der Kirche (Gestühl, Kanzeleinbau, neogotische Umgestaltung des Altars) sowie der Familiendenkmäler erfolgte

 Gräber Karbe

Bilder:

J.Rzadkowski
Kunstdenkmälder der Provinz Brandenburg IV, 1. Lebus

Kirche Wilmersdorf

Wilmersdorfer Kirche

  • 1354 urkundlichWillmersdorf und Willemsdorp
  • Kirche aus später verputztem Findlingsmauerwerk mit flacher Innendecke
  • Einmalig in Brandenburg ist die 1995 vollständig restaurierte Plastik Anna selbdritt aus dem 14. Jahrhundert.

Wilmersdorfer Kirche Anna selbdritt

  • 1405 hat Wilmersdorf 54 Hufen, der Pfarrer hatte 4 Hufen
  • Einmalig in Brandenburg ist die 1995 vollständig restaurierte Plastik Anna selbdritt aus dem 14. Jahrhundert.
  • nach 1500 hölzerne Pieta in der Sakristei, zwei Glocken ohne Inschrift, 50 und 59 cm Durchmesser
  • 1584 Grabstein für Albrecht Thuem (1526/1527-1584) an der Westwand des Südvorbaues, sowie ein weiterer an der Ostwand, der verwittert ist

Grab

  • 1604 Glocke von Hans Zeidler, Fürstenwalde
  • 1637 silbervergoldeter Kelch 18 cm mit Patene, am Fuß des Kelches ein milchigweißer Stein, am Knauf ihesvs, darüber am Stengel maria, darunter ihe. Kelch und Patene mit dem Namen des Pastors Christoph Reichard 1637, der Kirche Wilmersdorf als zugehörig bezeichnet.
  • nach 1650 hölzerner Taufengel
  • 1693 Epitaph Christian Ewald von Rohr (1627-1693)

Wilmersdorf Epitaph

  • 1703 Stiftung des Altaraufbaues durch Christian Ludwig von Rohr

Wilmersdorf Altar

Wilmersdorf Altar

Mitte: Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, darunter Abendmahlsszene, darüber Auferstehung, in der bekrönenden Sonne die Himmelfahrt, in der Säuleneinfassung mit Ranken die Wappen derer von Rohr links mit Jahreszahl 1703 und rechts derer von Gollnitz mit Jahreszahl der Vollendung 1706. Über den Säulen rechts und links Petrus und Paulus, vermutlich von dem ursprünglichen Altar übernommen. Darüber als abschließende Figuren Glauben (Kelch) und Liebe (Kind).

  • Kanzel mit angefügten Renaissancesäulen an den Ecken und Bildern der vier Evangelisten in den Brüstungssfüllungen aus der Zeit des Altaraufbaus
  • 1709 Epitaph Ernst Christian von Rohr (1686-1709)

Wilmersdorf Epitaph

  • 1728 Grabstein an der Wastseite der Kirche für George Adolph Schindler (1664-1728) und seine 1723 verstorbene Ehefrau

Grab

  • 1875 die Glocke von 1604 wird eingeschmolzen und neu gegossen durch C. Voß und Sohn, Stettin, die Innschrift erinnert an den Glockengießer Zeidler von 1604, 73 cm Durchmesser
  • 1880-1883 vollständiger Umbau der Kirche unter Nutzung der mittelalterlichen Granitquader, Sakristei, Südanbau und Westturm aus Backstein, Wetterfahne mit der Jahreszahl 1882 und der Initiale F.v.F. (Finck von Finckenstein)
  • 1969 Kleinorgel der Firma W. Sauer Frankfurt (O), op. 1858, H-Modell. Die Orgel mit elektrischem Gebläse verfügt über vier Register, Manual und Pedal.

Bilder: J.Rzadkowski
Altar und Anna drittselbst 2004 G.Hemmerling
Kunstdenkmälder der Provinz Brandenburg IV, 1. Lebus

Kirche Arensdorf

Arensdorfer Kirche

  • um 1325 aus Granitquadern entstand eine Kirche mit Langhaus, Chorraum und breitem Turm
  • um 1350 Glocke mit 100cm Durchmesser hat am Hals die spiegelbildliche Majuskelaufschrift +DV̄TRAOR • AVATE • VOCO VOS • AD SAC [dum tra(h)or au(di)te, voco vos ad sac(ra)], darunter die Abbildung Johannes und Maria am Kreuze, zwei Rosetten, das Lamm Gottes und ein kleines Wappen mit heraldischer Tierfigur

Arensdorfer Glockeninschrift

  • 1405 urkundlich: Arnoldesdorff mussten jährlich 4 Talente als Cathedratikum an den Bischof des Hochstifts Lebus abführen. Der Ort hat 64 Hufen, der Pfarrer hatte 4, es gab 3 Vierhufner (Richter), 7 Dreihufner, 2 Zweihufner (Krüger) und 1 Einhufner
  • Auf der Ostseite sind Spitzbogenfenster sichtbar, das mittlere davon ist vermauert. Die übrigen Fenster sind in späterer Zeit erweitert worden.
  • Zwei Glocken ohne Inschrift, 83 und 52 cm Durchmesser
  • nach 1550 Kelch 18 cm und Kelch mit Patene 28, 5cm, Silber, vergoldet,

Arensdorfer Kelche

  • Kirchhofmauer aus Findlingen, Sandsteintaufe auf dem Kirchhof
  • nach 1648 der Turm ist in der oberen Hälfte nach dem Dreißigjährigen Krieg erneuert worden.
  • um 1700 Einbau einer Barockorgel, das Orgelgehäuse ist erhalten geblieben

Arensdorfer Orgel

  • 1723 Bau eines achteckigen, mit Eichenschindeln gedeckten Dachreiters auf dem Turm, Wetterfahne mit Jahreszahl 1723.
  • nach 1800 Anbau der Sakristei an der Südseite, Erneuerung von Kanzel, Altar, Taufe, das Gestühl und Empore stammen ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Einbau von Schallluken im Turm und Schieferdeckung.

Arensdorfer Kirche

  • 1999 Turm- und Dachsanierung
  • 2004 Glas- und Lichtinstallation Gläserne Töne eines australischen Künstlers im Turm

Bilder: Kirche 2008 Clemensfranz
Orgel 2009 G.Hemmerling
Kunstdenkmälder der Provinz Brandenburg IV, 1. Lebus

Pillgramer Kirchgeschichte I

Abriss der Geschichte der Pillgramer Kirche einschließlich ihrer Einbindung in die kirchengeschichtliche und örtliche Entwicklung bis in die Gegenwart

Teil I  seit der Bronzezeit bis zum Ende des 16. Jahrhunderts

 

  •   2200 v. Chr.- 800 v. Chr.  Pillgram war schon in der Bronzezeit eine Siedlungsstelle, wie Funde u. a. im Garten des Weinbergschen Büdnerhauses und in der Umgebung belegen.
Fundstücke Bronzezeit Pillgram

bei der Abfuhr der Steine des Eichberges fanden sich u.a. Hals- und Armringe, ein Messer und eine Sichel

  • 11. Jh. erste Siedler (Funde aus der jungslawischen Zeit)
  • 1253 Vordringen der askanischen Markgrafen. Verlegung des Handelsweges auf eine südlicher gelegene Linie MünchebergFrankfurtPosen.  Entlang dieser Linie: Gründung von neuen Siedlungen,Pilegerinne mit 64 Hufen, der Lokator Heinriche Pilegerinne soll der Dorfgründer gewesen sein Namensschwester ist die tschechische Stadt Pilgram (Pelhřimov), 1225 gegründet durch den Bischof Pelegrin(us).
  • 1319 Erwähnung von “Pillgerinne”, Heinriche Pilgerinne wird in Guben erwähnt, auch als Heinrich Pilgerim
  • vor 1399 – nach 1460 Lehnträger ist Herman Boetil (Boytel, Beutel, Botel) von Pilgerim (ein Hans Boytel wird in einer Urkunde vom 11.12.1419 erwähnt), die Familie war ursprünglich im Barnimschen begütert. Der Stamm erlosch Ende des 18. Jh.
  • 1400 “pillgerim” (Urkunde der Kartäuser) hat noch immer 64 Hufen, davon gehören dem Pfarrer 4 Hufen Land (pillgerim, mittelhochdeutsch: pilgerim -> Wallfahrer, germanisch: walon -> wandern, umherziehen) 
  • 1405 Die Pylgerimer Kirche ist Mutterkirche, ein rechteckiger Granitquaderbau.“Pillegrim” in einer  Urkunde des Hochstifts Lebus hat 64 Hufen, der Pfarrer 4. “ad sedem Selivensem et prope Franckenfordiam” wird vermerkt. Es mussten jährlich 4 Talente als Cathedratikum an den Bischof abgeführt werden.
  • 1415 – 1598 derer von Burgsdorf (de Burchardisdorp, Burcarstorp, Ritter von Borckarsdorp, Borgsdorff) sind begütert zu Pillgram, sie stammen aus dem märkischen Uradel, urkundlich nachweislich seit 1325, ihrer Linie entstammen einflussreiche Bischöfe, wie Peter von Burgsdorff (1437 – 1439) und Ludwig von Burgsdorff (1487 – 1490) Bischof zu Lebus, Arnold von Burgsdorff (1472 – 1485) Bischoff zu Brandenburg, sowie verschiedene weltliche Würdenträger.
  • 1431 Zwischen Heinrich Wynning und Cunze von Hohendorff sind 9 Hufen zu Pillgram streitig und ersterem zugesprochen worden. “Cunczhe Hoendorff zur Melrace gesessin” ist auch aus einer Grenzfestsetzung 1429 bekannt und aus der Urkunde des Hans Boytel vom 11.12.1419, das Geschlecht stammt aus dem Magdeburg’schen (Hohendorf bei Neugattersleben)
  • 1438 bis nach 1442 “Pylgrym” Heidezins an die Kartäuser von 1 Schock 10 gr jährlich
  • 17.5.1441 Die Familie Grosse zu Frankfurt (O) wird u.a. mit “Pilgram” belehnt.
  • vor 1443 – nach 1460 die Platynne, von Beerfelde zu Demnitz sind Lehnsherren, (altes Brandenburger Adelsgeschlecht, bereits seit 1285 Stammsitz zu Lebus, derer von Beerfelde sind u.a. mit von Burgsdorff, Lehnsherrn von Müllrose, verwandt)
  • vor 1444 Quentin hat 4 Hufen Lehn (Paul Quentin, Bürger zu Frankfurt (O) verkaufte am 2.6.1404 dem Hans Schulßen von Jacobsdorf die Dörfer Brieskow und Lindow)
  • 1444 von Beerfelde zu Demnitz haben 4 Hufen Lehn
  • 1444 – nach 1460 Wilhelm von Burgsdorff  (1430-1488), auch Borgstorff, Borcherstorff, erhält das restliche (etwa 1/3) Pillgram als Lehn, mit dem “Angefälle” (Anspruch) des Quentin. Wilhelm ist alleiniger Besitzer von Müllrose, während seine Brüder zu Podelzig sitzen.
  • 1448 Lehnträger Boytel (Bothe) verfügt über 4 freie Hufen und 1 Schäferei
  • 1460 Von Beerfelde zu Demnitz haben 4 Hufen Lehn, Wilhelm von Burgsdorff hat tatsächlich anscheinend nur das “Angefälle” des Quentin in Besitz. Der Pfarrer hat 4 Hufen, die Kirche eine.
  • 4.2.1472 Die Familie Grosse zu Frankfurt (O) wird u.a. mit “Pilgram” belehnt.
  • vor 1484 – 1576 Derer von Eichendorff (Peter Eychendorff urkundlich erwähnt 1485, Evckendorf zu Pilgrin 1499), bischöfliche Lehnsleute zu Pillgrim, Diözese Lebus, erhalten ganz Pillgram als Lehn, sie bewohnten in der Überlieferung das Gut Eichendorff (vermutlich ein Vorwerk), urkundlich nachweisbar ist Cristoff Eichendorff zu Pilgrim am 8.1.1534 Magdeburger Uradel, mit Conradus de Eikendorp 1237 erstmals erwähnt, Sitz Eickendorf bei Calbe bis Mitte des 15. Jh., danach erlischt der Magdeburger Zweig. Der brandenburgische Familienzweig erlischt im 17. Jh, während in Schlesien, Deutsch-Krawarn (Kravaře ve Slezsku), seit 1634, in Mähren, Sedlnitz (Sedlnice), von 1655 bis ins 19. Jh, ein Zweig der Familie erblüht, der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff, Königlich Preußischer Geheimer Regierungs-Rat  und Mitbesitzer von Gut Sedlnitz, (*1788 Schloss Lubowitz, als 1782 Deutsch-Krawarn verloren gegangen, +1857 Neiße (Nysa), stammt aus diesem schlesisch-mährischen Familienzweig, von ihm stammen alle heutigen Freiherren von Eichendorff ab.
  • 26.3.1500 Die Familie Grosse zu Frankfurt (O) wird u.a. mit “Pilgram” belehnt.
  • um 1504 Auf den Handelswegen nach Frankfurt und Beeskow lauern allerlei “Spießgesellen”, auch in anderen Teilen der Mark wird ein Kaufmann ohne bewaffnetes Geleit von Raubrittern und anderem “Gesindel” überfallen. Darunter auch die “mülrosischen Puben”, welche mit “rauben, stelen und schlagen Schaden getan, ein weib genotz.. und hernach die Brust abgeschnittten, auch einigen von Adel und Pauern Pferde und schafe gestolen” hätten.
  • bis 1538 Lehnsherr ist der Markgraf bzw. Kurfürst
  • 1538 – 1598 Lehnherr ist der Bischof von Lebus durch Schenkung des Dorfes durch Kurfürsten Joachim II. an das Stift. Christoph von Eichendorf wird Vasalle des Stiftes, seine Nachkommen blieben in “Pilgram” bis zur Aufhebung des Bistums.
  • 1539 Reformation in Brandenburg, Einführung des Kirchenbuches, die Pfarrer waren angehalten, über das Gemeindeleben Buch zu führen. Man rückte in der Folgezeit in der lutherischen Kirche Kanzel und Taufe in die Nähe des Triumphbogens, sofern vorhanden, vermauerte häufig das Priesterportal, da nun entbehrlich, veränderte das Gestühl und richtete der wachsenden Gemeinde eine Empore ein, um mehr Platz zu schaffen. Bis ca. 1625 entstanden auch neue Kanzeln, Altäre und Taufen.
  • 1555 54 Hufe geben 3 Schock 36 Groschen Bischofzehnten.
  • 1563 einige Teile von Pillgram gehören von Burgsdorf , einige den Biegener von Röbel, welche Stiftsvasallen und Lehnleute des Stiftes Lebus waren
  • 1573 – 1806 Kircheninspektionen finden statt
  • 1574 Friederich von Burgsdorff (+1600) erwirbt von Kaspar von Eichendorff 1/3 Pillgram samt Rittersitz.
  • 1576 – 1582 Derer von Eichendorff sind Lehnträger.
  • 1576 – 1665 Derer von Röbel sind Lehnsherren, wie auch in Biegen. Sie haben 3 Bauern mit 7 Hufen, 5 Kossäten, 1/3 mit Rittersitz, Anteil am Ober- und Untergericht, Patronat und Straßengericht, 2 Hüfner (Altes mecklenburgisch – brandenburgisches Adelsgeschlecht. Das Geschlecht der Röbels wird 1375 als Inhaber von Gerechtsamen in Buch, Karow und Umgegend erwähnt, welches später u.a. Krummensee, Wegendorf, Hirschfelde Kloster Friedland und andere Orte in Besitz hatten)
  • 1582 – 1660 Derer von Burgsdorff sind Lehnträger über 1/3 Pillgram´s mit Rittersitz, Ober- und Untergericht und Patronat.
  • 1583 von Röbel haben 3 Bauern und 4 Kossäten
  • 1590 zu den von Röbel gehören 5 1/2 Kossäten
  • 1593 zu den von Röbel gehören ein Rittersitz und 2 Kossäten

Erstausgabetag: 7. Juli 1981*)

2009

  • 1598 Lehnsherr ist der Kurfürst bzw. König
  • 1600 Die Pillgramer Kirche ist Tochterkirche der Kirche “St. Andreas Nikolai” zu Biegen, der Pfarrer hat in Pillgram 4 Hufen, 2 Wispel 11 Scheffel Meßkorn, von jeder Hufe 1 Scheffel, eine wüste Pfarrstätte. Der Küster hat 30 Scheffel Roggen, den Korb an allen hohen Feiertagen und Ostereier.
  •  1608 Derer von Röbel haben einen Rittersitz im Pillgram.
  • 1613 Übertritt der Hohenzollern zur reformierten Konfession
  • 1620 den von Röbel gehören 2/3 Pillgrams mit Ober- und Untergericht und das Patronat
  • 1624 – 1669 Prediger Lampertus amtierte in Jacobsdorf und war eine Zeit lang für Pillgram (Pillgrim), Biegen, Markendorf und Hohenwalde verantwortlich
  • 1633/1634 Von Röbel haben 15 Ritterhufen, von Burgsdorff 9 Ritterhufen, Krüger und ein Bauer haben je 3 Hufen, alle anderen sind wüst.
  • 1654 Die Ritterhufen sind alle in Gebrauch, 6 Bauernhufen und 12 Kossätenhöfe (keine Häuser) liegen wüst.
  • 1660 – 1670 Dr. Bergius ist Lehnträger
  • 1662 Verordnung zum Aufbau einer Schule
  • bis 1665 das Patronat hat das Gut Pillgram inne
  • 1665 das Amt Biegen übernimmt die vereinigten Lehnsteile
  • ab 1665 Das Patronat hat der Kurfürst, König bzw. der Fiskus inne, der Kurfürst hatte Pillgram von den Röbels erworben.
  • 1666 Nur 8 Hufen sind bewohnt, 6 sind wüst, es gibt noch einen Müller, einen Kostknecht, 1 Hirten ohne Vieh und 2 Paar Hausleute.
  • 1670 – 1713 ganz Pillgram wird Eigentum des Amtes Biegen
  • 28.1.1677

 “Heute Dato bezeuge ich (Anmerkung: Zabel von Burgsdorff), daß die Bauern und Kossäthen von den Dörfern Biegen, Pillgram und Hohenwalde ihr Getreide jederzeit in der hiesigen Mühlroschen Mühle bey hoher Straffe durchaus nicht anderswo zu mahlen verbunden seyn. Sintemahlen die Mühlrosche Mühle Ihrer Herrschaft Jährlich große Pächten und andere viele onera abgeben muß.”

  • 1687 das kurfürstliche Amt hat 6 wüste Kossätenhöfe
  • 27.2.1692 Da viele Bauern sich weigerten, die Katechismuslehre zu besuchen, wurden die Pfarrer angewiesen, das “Zirkularschreiben” des Landesherren von der Kanzel zu verlesen, darin wurden Inspektoren angewiesen, die vom Pfarrer anzuzeigenden Gemeindemitglieder streng zu ermahnen, falls dies nicht genüge, werden von Landesherren Geld- und Leibesstrafen verhängt.
  • Dezember 1696 Die Regierung stellt fest, trotz einer Verordnung im selben Jahr, welche den Karfreitag aufwerten sollte, kam es beinahe überall noch immer zu den Marienfesttagen. Wo Prediger, Patron und Gemeinde zustimmten, sollten die traditionellen Feiertage gänzlich abgeschafft werden, zumindest sollte erst am nächstfolgenden Sonntag gefeiert werden.

Wappenzeichnung derer von Eichendorf vom Heraldiker Otto Hupp (1859-1949), Münchner Kalender 1926

*) Information: Fachwerkbauten in der DDR (II): Löwinghaus, Pillgram (18. Jahrhundert) Ausgabepreis: 35 Pfennig First Day of Issue / Erstausgabetag: 7. Juli 1981 Auflage: 4.000.000 Entwurf: Lothar Grünewald Druckverfahren: Rastertiefdruck Michel-Katalog-Nr: Ländercode-MiNr: 2626

Berichte über die Kirchgemeinde

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EKBO 31.05.2002

BVEA – Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V. 4/2004

14.10.2004

MOZ 29.03.2005

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Märkische Allgemeine 20.07.2007

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17.01.2008

3.04.2008

Odervorlandkurier 10/2008

MOZ Spree Journal 8.12.2008

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MOZ 12.12.2008

MOZ Spreejournal 15.12.2008

15.12.2008

 

Märkischer Markt 6./7.5.2009

MOZ 2.6.2009

Odervorlandkurier 6/2009

Spree Journal 21.9.2009

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24.09.2010

04.01.2011

18.07.2012

MOZ, Spree Journal 28.03.2014

Pillgramer Kirchgeschichte II

Abriss der Geschichte der Pillgramer Kirche einschließlich ihrer Einbindung in die kirchengeschichtliche und örtliche Entwicklung bis in die Gegenwart

Teil II seit Beginn des 18. Jahrhunderts

 

  •   1702 Nach dem Volksmund soll dort das Dorf Eichendorf gestanden haben, urkundlich gibt es keine Belege, vermutlich geht nur ein Flurname auf die Familie von Eichendorf zurück, welche bis ins 16. Jh. in Pillgram lebte.

“1702 stößt diesseits an die Jacobsdorfschen und jenseits an die Pillgramschen Äcker das kahle Fließ, oberwärts dieses kahlen Fließes ist eine Wiese, so von den alten Inhabern des Dorfes Pilgram annoch die Eichendorfische Wiese genannt wird und stoßen daselbst die Grenzen der drei Dörfer Jacobsdorf, Sieversdorf und Pillgram auf einen Ort oder Ecke zusammen.”

  • 1703 Abschaffung des Exorzismus vor der Kindstaufe, den Pfarramtskandidaten wurde das Versprechen abgenommen, “auf Begehren der Eltern absque Exorcimo unweigerlich” zu taufen
  • 1704 Das Dorf hat sich erholt und allein der Schäfer hat 1000 Schafe und 60 Kühe, die Kirche hat 1 Hufe 4 Morgen 140 Ruten Land, der Pfarrer 4, die Ritterhufen sind auf 32 angewachsen. Der Hof des Pfarrers ist “ausgetan”.
  • 1713 – 1727 Pillgram ist zeitweise an Fürst Menschikow (1672 – 1729), St. Petersburg, verschenkt worden und musste dorthin seine Steuern entrichten.
  • 5.3.1715 Instruktion zur Kirchenvisitation, jeder Superintendent, Propst oder Inspekteur musste in seinem Amtssprengel eine Lokalvisitation auf Kosten der besuchten Gemeinde durchführen.
  • 1716 – 1746 Öffentlichen Kirchenbuße, bei Ehebruch, “Hurerey” und später weiteren Delikten, musste das Gemeindemitglied öffentlich Buße tun, ansonsten blieb es vom Abendmahl ausgeschlossen.
  • 28.9.1717 Einführung der Schulpflicht
  • um 1720 Derer von Burgsdorff sind Lehnsherren, ihr Herrensitz ist 1720 in Müllrose (heute Hotel “Zur Sonne”)
  • 1727 – 1731 Das Lehn hat das Amt Biegen inne.
  • 1729 Glocke, 0,70 m Durchmesser, Inschrift Vorwerck Pillgram 1729 “Soli deo Gloria” (Gott allein sei Ehre), von Johann Friedrich Thiele, Berlin
  • 1731 – 1739 Lehnsherr ist Graf Ernst Johann von Biron (1660 – 1772)
  • 1739 – 1740 Lehnsherr ist Graf Burkhard Christoph von Münnich (1693 – 1767)
  • 1740 – 1839 Das Lehn hat das Amt Biegen inne.
  • um 1745 Kompletter Umbau der Kirche unter Benutzung der Reste des Granitbaues, das Mauerwerk wurde verputzt, Fenster wurden verändert, innen an der Südwand wurde ein spitzbogiges Stufenportal vermauert, der zweigeschossige Glockenturm erhielt eine Verbretterung und eine Wetterfahne. Pillgram hat ein Vorwerk im Ort.

Wetterfahne Turm

  • 1749 Inzwischen hat sich ein Schmied niedergelassen.
  • 1763 “Allgemeines preußisches Schulreglement”, es regelte allgemeinverbindlich den Unterricht
  • 4. 12. 1672 “Dominica XXV post Trin.” ist der erste Eintrag einer Eheschließung in Pillgram im ältesten erhaltenen Kirchbuch Biegens

Kirchbucheintrag Pillgram 1672

  • 1781 Neu – Pillgram wird unter dem Amte Biegen auf königlichem Vorwerksland mit Büdnerfamilien gegründet.
  • 1787 Ein Oberschulkollegium wird eingereichtet, es ist mit dem Oberkonsistorium faktisch identisch, die Pfarrer sind auf dem Lande ohnehin in der Regel die einzigen, welche den nötigen Bildungsstand mitbringen, den Unterricht durchzuführen, die Küster unterrichten auch Lesen und Schreiben.
  • 18 Jh. Taufschale, Zinn
  • 1800 Pillgram gehört zum königlichen Domänenamt Biegen, welches die Familie Karbe angepachtet hat, zu deren Pachtzeit besitzt Pillgram eine Brauerei und Brennerei
  • 1801 Zu Pillgram gehört ein einzeln liegendes Vorwerk, die Pillgramer Kirche ist Tochterkirche der Kirche “St. Andreas Nikolai” zu Biegen.
  • 1805 Neu – Pillgram wird eingekircht
  • 1806 – 1812 der zuständige Superintendent für die Kirche ist in Frankfurt (O)
  • 1811 – 1918 Der König wird Kirchenpatron, an seine Stelle tritt später der Staat.
  • 1812 – 1946 der zuständige Superintendent für die Kirche ist in Frankfurt (O) I
  • 1816 Der Mühlenbesitzer hieß Wolff.
  • 1817 Friedrich Wilhelm III. führt zum 300. Jahrestag der Reformation die Kirchenunion zwischen Lutheraner und Reformierten ein
  • 1825 Die Verordnung des Königlichen Oberlandesgerichts zu Frankfurt verpflichtet die Pfarrer jährlich zur Übergabe der standesamtlichen Daten. In Pillgram siedeln 6 Kolonisten, es gibt einen Krug (im Giebellaubenhaus aus dem 16. Jh.).
  • 1830 – 1832 Pillgram und das Königliche Vorwerk Pillgram müssen den Separationsplänen des Jacobsdorfer Pfarrers zustimmen, da diese ebenfalls Hütungsrechte auf den Hauwiesen besaßen.
  • 1831 Ein Musikant wird erwähnt.
  • 3.7.1834 Eine neue Feuerlöschordnung tritt in Kraft, der Conducteur Lehmann aus Jacobsdorf ist Commissarius, der Gutsbesitzer Sembach aus Pillgram sein Stellvertreter.
  • 1839 – 1882 Lehnträger ist das Amt Frankfurt (O)
  • 1840 Es gibt ein privates Vorwerk, eine Kolonie und 47 Wohngebäude.
  • 1847 Abgrenzung der Verantwortung und Zuständigkeit von Konsistorien und Landesregierungen im Königreich Preußen 
  • bis 1849 Pillgram untersteht dem Justizamt Biegen
  • 1856 Seidenraupenzucht wird durch den Lehrer Höhne vorgenommen
  • 1860 es gibt die Kohlengruben “Mit Gott” und “Frohe Hoffnung”
  • 1864 Das Dorf ist durch die Eisenbahn (2 Bahnwärterhäuser) und die Kohlegrube (1 Grubenbeamtenhaus der Grube “Mit Gott”) deutlich gewachsen, auch eine Brennerei wurde eröffnet.
  • 1.10.1874 Der Pfarrer übergibt die Personenstanderfassung an das nun zuständige Standesamt in Petersdorf.
  • um 1880 Auf der Westempore wird eine Sauer-Orgel mit einem Manual, einem Pedal und 8 Registern eingebaut.
  • 31.10.1884 Beschluss: Geistlichen, Schullehrern und Kirchendienern ist bei der Durchführung des Dreiklassenwahlrechts die Wahlberechtigung entzogen.
  • um 1900 die Pillgramer Kirche ist Tochterkirche der Kirche “St. Andreas Nikolai” zu Biegen

Kirche

  • 1907

  • 1909 Neu – Pillgram heißt nun Kolonie Pillgram und hat 7 Wohnhäuser
  • 1918 ein Denkmall für die Gefallenen aus Pillgram wird aufgestellt

  • 1920 Pillgram ist Rittergut (704 ha), der Gutsbesitzer ist Joachim Ernst Hugo Rudolf Schulz-Pillgram (18.5.1895 Rosengarten -14.11.1967 Hannover)
  • 1939 Ein Lager für jüdische Zwangsarbeiter wird eingerichtet: “Holzkommando Pillgram”, Hermann Stern aus Heilbronn war hier und in Jacobsdorf, ehe er 1943 nach Auschwitz deportiert wurde, zu den Nutznießern dieser Zwangsarbeit gehörte leider auch die evangelische Kirche, da die Zwangsarbeiter auch in Waldbeständen der Kirche arbeiten mussten.
  • 1945 Granattreffer zerstören den Turmkopf und die Orgel, nach dem Großangriff am 16. April fliehen viele Einwohner Richtung Westen, unter ihnen auch viele Güldendorfer, welche bereits am 6. Februar ihre Häuser verlassen mussten und nach Pillgram kamen. 
  • Juni 1945 der Pillgramer Wald brennt seit Wochen
  • Juli 1945 der Pillgramer Bahnhof wird zum Umschlagplatz für Fabrikeinrichtungen, die als Reparationsleistung  in die Sowjetunion gebracht werden, das Gut mit 2000 Morgen Land und 800 Morgen Wald wird unter die Leitung der sowjetischen Kommandantur gestellt
  • 1946 Reparatur des Glockenturms, der zuständige Superintendent für die Kirche ist in Frankfurt (O). 679 ha (darunter 1 ha Gewässer) wurden enteignet, 7 ha erhielten die 48 Umsiedler, welche dem Dorf nun reichlichen Zuwachs an Gemeindemitgliedern bescherten.
  • 1955 – 1960 Gemeinderaumanbau an der Nordseite, Erneuerung des Anbaus an der Westseite

Anbau Anbau

TurmInnenmodernisierung, die Kanzel aus dem Jahre 1745 wird gegen eine moderne ausgetauscht, die Ostfenster erhalten bunte Bibelmotive nach Entwürfen des Malers Gerhard Olbrich, hergestellt in der Glaswerkstatt Lehmann, Berlin. Der alte Eingang wird vermauert, der Kirchturm wird 1 m verkürzt, Wetterfahne und Urkundenknopf entfernt und ein Kreuz aufgesetzt. Der Turm wurde mit Ekotal verkleidet, ein plastbeschichtetes Eisenblech, eine neue Orgel wurde eingebaut, das Dach mit Zementdoppelrömern gedeckt.

  • 1960 – 1968 Gemeindefahrten der Gemeinden Biegen und Pillgram, ab 1964 zusammen mit der Gemeinde Rosengarten
  • 1978 die Pillgramer Kirche ist Tochterkirche der Kirche “St. Andreas Nikolai” zu Biegen
  • 1990 Das Ekotal wurde entfernt, die ursprüngliche Holzverkleidung wieder hergestellt, die Kirche wurde neu verputzt und weiß gestrichen.
  • 1994 Reparatur der Glockenaufhängung, das Läutwerk wurde elektrifiziert
  • 30.04.2011 Treffen der ehemaligen “Jungen Gemeinde”: Gäste: Melitta Stanowski (Grundler), Jürgen Grossin und Erhard Kühl aus Biegen; Dieter Göritz, Christine Hahn (Redlich), Margit Ziche (Weinberg), Christa Schenk (Schrape), Christa Moritz (Rothe) und Roswitha Noack (Gielisch) aus Pillgram. Ehrengäste: Gisela und Willi Molter, Willi Molter war mehr als 40 Jahre lang Mitglied des Gemeindekirchenrats. Pfarrer i.R. Helmut Sell und Frau, Helmut Sell war von 1969 bis 1975 Pfarrer für Biegen und Pillgram.

Foto: Gemeindebrief 16/2011

  • Juni 2014

Willi Molter war 45 Jahre aktiver Kirchenältester des Gemeindekirchenrats und Ehrenältester bis zu seinem Tod.

  • Juli 2014 Die Malerarbeiten in der Kirche konnten dank fleißiger Helfer schnell zum Abschluss gebracht werden.

Gemeindebrief 38/2014