Stellenausschreibung

Für die Evang. Kirchengemeinden Biegen-Jacobsdorf und Arensdorf-Sieversdorf ist ab 1. Mai 2019 die Stelle einer Mitarbeiterin/eines Mitarbeiters für Verwaltungsaufgaben in den Kirchengemeinden mit derzeitigen Sitz im Gemeindebüro in Jacobsdorf (später Biegen) als Teilzeitstelle zu besetzen. Die Vergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag der EKBO.

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere:
• Mitwirkung bei der Kassenführung für die Kirchengemeinden Annahme und Auszahlung von Bargeld
• Vorbereitung von Spendenbescheinigungen
• Mitwirkung bei Versicherungsfällen und der Erstellung von Statistiken
• Entgegennahme und Anmeldung von Amtshandlungen,
• Führung des Kirchenbuches
• Ausschreiben von Bescheinigungen und Meldungen von Veränderungen
• Publikumsverkehr im Rahmen begrenzter Öffnungszeiten
• Zuarbeiten für Gottesdienste und GKR-Sitzungen, Vor- und Nachbereiten von Veranstaltungen
• Verwaltung und Belegung von Räumlichkeiten
• Zuarbeiten für die Betriebskosten-Abrechnungen
• Meldung von Veranstaltungen zur Veröffentlichung
• Mitarbeit bei der Erstellung von Gemeindebriefen
• Allgemeine Sekretariatsarbeiten, Post und Schriftverkehr, Postaustausch
• Bearbeitung von Anfragen, Absprachen auch in den Orten der Kirchengemeinde, Ansprechpartner für die Ehrenamtlichen
• Mitwirkung bei der Verwaltung von Friedhöfen
Fachliche und persönliche Anforderungen
• Abgeschlossene Berufsausbildung in einem Verwaltungsberuf oder mehrjährige Berufserfahrung
• Gute Auffassungsgabe und Kenntnisse der Buchhaltung
• Sicherer Umgang mit Standardsoftware Word und Excel.
• Freundlicher, sicherer Umgang mit Menschen, gutes Auftreten, Zuverlässigkeit

Formale Anforderung
• Die Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche wird grundsätzlich vorausgesetzt.

Um schriftliche Bewerbungen mit den üblichen auskunftsfähigen Unterlagen bis spätestens 30. April 2019 an das

Evangelische Pfarramt Biegen Jacobsdorf Hauptstraße 26 in 15236 Jacobsdorf zu Händen Pfarrer Dr. Joram Luttenberger

oder auf elektronischen
Weg an pfarramt@Kirche-biegen.de wird gebeten.

Dr. Joram Luttenberger

Liebe Gemeindeglieder,

mein Name ist Joram Luttenberger. Ich bin 49 Jahre alt und habe zwei Kinder.

Meine Tochter ist 21 Jahre alt und studiert in Konstanz, mein Sohn ist 17 Jahre alt und geht noch zur Schule. Wir sind sehr mit Finnland verbunden, da ein Teil unserer Familie dort lebt.

Nach einer beruflichen Ausbildung zum Facharbeiter für Schweißtechnik und einigen berufspraktischen Jahren führte mich mein Weg in den Bereich der Theologie.

In diesem Metier habe ich dann über das Studium der Theologie, die Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und eine Promotion in der neutestamentlichen Wissenschaft hinaus, in verschiedener Weise und an verschiedenen Orten in der Universität und anderen theologischen Ausbildungsstätten gearbeitet. Wichtig sind mir die Exegese des Neuen Testamentes und seine Zeitgeschichte sowie die Theologie Luthers und Bonhoeffers.

In all den Jahren ist der kirchliche Dienst stets im Blick geblieben. Gemeindliche Aufgaben waren immer Teil meiner Tätigkeiten und so ist der Wunsch, in den Gemeindedienst gehen zu dürfen, wach
geblieben.

Die Verkündigung des Evangeliums und der kulturprägende Bildungsauftrag der Kirche Jesu Christi liegen mir am Herzen. In einer mehr und mehr säkularisierten Gesellschaft, in der der Glaube an Gott schwindet, möchte ich authentisch und engagiert für die Menschen da sein und die frohmachende Perspektive des christlichen Glaubens mit den verschiedenen Möglickeiten des Pfarrberufes vermitteln.

Der Gottesdienst, durchaus in ganz verschiedenen Formen, Seelsorge, Besuche und die persönliche Begegnung mit Menschen über den Gemeindebereich hinaus sind mir dabei besonders wichtig.

Ab 1. Januar 2018 bin ich als Pfarrer im Entsendungsdienst in ihren Gemeinden. Mir liegt dabei an einem offenen, vom Gespräch getragenen gemeinsamen Leben und Arbeiten, denn Gemeinde kann nur gemeinsam mit den ihr anvertrauten Gaben fruchtbar werden und Salz der Erde sein.

Ich freue mich auf diese Zeit, die Dienste und Begegnungen sowie allen Austausch. Kommen Sie gern auf mich zu, wenn Sie mehr wissen möchten.

Mit herzlichen Segenswünschen

Joram Luttenberger

Friedrich Reinhard Becker

Mit Trauer im Herzen aber ebenso einem lächelnden Auge nehme auch ich, genau wie viele ältere Sieversdorfer, Abschied von Bruder Becker.

Hatte ich doch das Glück, Pfarrer i. R. Friedrich Reinhard Becker während der Sanierungsarbeiten 2002 bis 2005 in und an der Sieversdorfer Kirche mehrfach zu erleben. Beim Interpretieren des früheren Innenraumes der Kirche konnte Bruder Becker viele hilfreiche Erinnerungen einbringen.

Während seiner Dienstzeit in Sieversdorf in den 1950er Jahren war der Innenraum der Kirche umfangreich umgebaut worden. Auch zur Herkunft des heutigen mittelalterlichen Altares, der gerade in diesem Jubiläumsjahr der Reformation als ein Relikt der Reformationsgeschichte gern und viel bestaunt wird, konnte er ausführlich berichten. Fand der Altar doch unter seiner Regie in Sieversdorf eine neue Heimat. Gern denke ich an seine humorvolle Rede im August 2005 anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche.

Pfarrer i. R. Becker war in den 1950er Jahren Pfarrer in Sieversdorf und Petersdorf und anschließend noch viele Jahre in der Pfarrstelle der St. Georg-Gemeinde in Frankfurt (Oder) bevorer im Konsistorium der Landeskirche bis zu seinem Ruhe stand Dienst leistete.

Ich habe Bruder Becker als einen aufrechten, wahrhaftigen und sehr humorvollen Christen erlebt. Bis ins hohe Alter strahlte der Oberkonsistorialrat i. R. Präsenz und Respekt aus, wie es heute nur noch selten erlebbar ist. Ich bete, bin mir aber auch sicher, dass der Himmlische Vater seiner armen Seele gnädig ist und sie aufnimmt in sein ewiges Reich. Gleichermaßen bete ich für die Tröstung seiner Angehörigen und lade alle, die Pfarrer Becker kannten ein, in das Gebet mit einzustimmen.

Frank Schütte

Traueranzeige MOZ 22.2.2017

Reinhard Becker wurde am 7. September 1921 in Berlin geboren. 1946 begann er mit dem Theologiestudium. Humanistisch gebildet (er hatte als Schüler das humanistische Gymnasium besucht), kriegs- und leiderfahren und theologisch gut gerüstet begann Reinhard Becker seine Tätigkeit als Pastor.
Sieversdorf war seine erste Pfarrstelle. Danach war er von 1958-1972 Pfarrer in St. Georg in Frankfurt (Oder) und wurde 1972 ins Konsistorium berufen.
Die Familie (mit fünf Töchtern) hatte immer ein offenes Pfarrhaus. Als Oberkonsistorialrat setzte sich Pfarrer Becker beonders für die Jugendarbeit ein.
Er war immer zur Stelle, wo Rat und Unter stützung gebraucht wurden.

Quelle: Die Kirche vom 30.4.2017

Kirche Sieversdorf

Kirche Sieversdorf

  • 1250-1300 Kirche aus behauenen Granitquadern erbaut, Langhaus mit halbkreisförmiger Apsis und einem in ganzer Breite vorgesetzten Westturm mit spitzbogigem Westportal
  • 1393 urkundlich“Syuerstorp” 
  • An der Südwand auf der Orgelempore sind Reste einer frühmittelalterlichen Wandmalerei, diese entstanden am Ende des 14. Jahrhunderts. Die Bilder zeigen Adam und Eva nach der Vertreibung aus dem Paradies, Eva mit Wiege und Spindel und Adam, der den Acker bestellt. In den 1950ern freigelegt, wurde nur dieses Stück restauriert, obwohl man davon ausging, dass die gesamte Kirche bemalt war.
  • 1400-1500 zwei Glocken, eine von 80 cm Durchmesser, am Hals spätgotische Minuskel “O o rex o glorie o criste o veni o cvm pace o” getrennt von Rosetten, die kleinere mit 50 cm Durchmesser trägt am Hals ein Weihekreuz, acht spätgotische Minuskel ohne Inhalt und den brandenburgischen Adler

Malerei

  • nach 1400-1425 kunsthistorisch bedeutsamer Schnitzaltar aus einer anderen Kirche, er besteht aus Teilen unterschiedlicher Zeit- und Stilepochen. Die zwölf katholischen Heiligenfiguren der Seitenflügel werden auf die Zeit um 1400 – 1425 datiert, die ursprünglich heiligen Jungfrauen wurden im Zuge der Reformation zu Aposteln umgeschnitzt, und man fügte ihnen Bärte an. Predella und Unterbau wurden bei der Restaurierung 2005 angefügt. Der alte Altar konnte nach dem Umbau im 19. Jahrhundert nicht mehr restauriert werden, an ihn erinnert heute nur das Altarmittelbild an der Südwand

AltarAltarbild

  • nach 1648-1700 verschiedene Umbauarbeiten, Anpassung der Fenster, hölzerner Taufengel (später auf dem Kirchenboden gelagert), silbervergoldete Pantene mit Weihekreuz, eine Pantene aus Zinn
  • 1682 Orgelempore
  • 1683 Oberteil des Turmes erneuert, nun als verbretterter quadratischer Fachwerkbau mit vierseitiger Pyramide, Wetterfahne mit der Jahreszahl 1683. Fachwerkbau an der Nordseite über der Gruft vermutlich mit Anbau für die Patronatsherrschaft
  • 1672 Erinnerungstafel an Adolf Friedrich von Strantz (1657–1672), heute verschollen
  • nach 1712 Wappenepitaph mit der Ahnentafel des Friedrich von Strantz (1601–1671) und dessen Ehefrau Lukretia von Wulffen (1626–1712)

Gedächtnistafel

  • nach 1723 Gedächtnis-Tafel mit den Gemälden des Patronatsehepaars Ludolf Ehrentreich von Strantz (1660–1723) und dessen Ehefrau Elisabeth Charlotte von Strantz, geb. von Birckholz (1675–1718). Über ihnen der Cronos (Todesengel), oft als Sensenmann bezeichnet, um an die Endlichkeit des irdischen Daseins zu erinnern. Die Gemälde sind eine 2005 von der Familie von Strantz gestiftete Kopie, da die Originale 1993 gestohlen wurden.

Wappentafel

  • 1737 Orgelempore erneuert
  • 1749 zwei vergoldete Altarleuchter mit den Initialen C.L.v.S. (von Strantz) und (nachträglich graviert) M.A.K. (Karbe)
  • 1891 Sauer-Orgel mit fünf Registern im Manual und einen Register im Pedal als Ersatz für die ursprüngliche Orgel

Sauerorgel

  • 2. Oktober 1859 General-Superintendenten Dr. Büch weihte die Kirche neu, nachdem unter Leitung von Carl Friedrich Ferdinand Leopold Karbe eine Renovierung der Kirche (Gestühl, Kanzeleinbau, neogotische Umgestaltung des Altars) sowie der Familiendenkmäler erfolgte

 Gräber Karbe

Bilder:

J.Rzadkowski
Kunstdenkmälder der Provinz Brandenburg IV, 1. Lebus