Herzliche Grüße von Haus zu Haus

Zitat

Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! (Matthäus 14, 27b)


„Petrus auf dem Meer“ von Philipp Otto Runge (1777-1810)

Sie sehen auf der Titelseite dieses Briefes ein sehr dramatisches Bild. Jesus geht über den See. 1>

Die Jünger schreien auf, sie denken, es ist ein Gespenst. Doch Jesus sagt: „Seid getrost, ich bin‘s; fürchtet euch nicht!“

Jesus spricht in einer außergewöhnlichen Situation seine Jünger an. Und in dieser außergewöhnlichen Situation wächst Petrus über sich hinaus. Er wagt es Jesus zu bitten, ihn zu sich zu rufen. Er steigt aus dem Boot und läuft über das Wasser. Das Wasser trägt ihn. Bis er mitbekommt, welche Kühnheit ihn da überwältigt hat, wie stark der Wind ist, der ihm entgegenbläst – da versinkt er im Meer und muss von Jesus gerettet werden.

In dieser kurzen Geschichte kommt eigentlich das ganze Wechselbad des Glaubens zur Sprache: Glaube trägt und überfordert. Beides.

Was lerne ich aus dieser Geschichte?

Glaube braucht Gemeinschaft. Jesus sucht die Gemeinschaft mit Gott. Er nimmt sich Zeit für das Gebet, um Zeit und Kraft für die Jünger zu haben.

Ich brauche auch Gemeinschaft, die mich stärkt und ermutigt, auch unvorhergesehene Wege zu gehen.

Petrus kann, als Jesus ihn auffordert, auf dem Wasser gehen. Also: unmögliches möglich werden lassen. Aber das klappt nicht aus eigener Kraft. Wenn wir uns auf uns selbst verlassen, auf uns selber blicken, dann gehen wir sofort unter – wie Petrus.

Ein glaubender Mensch macht solche Erfahrungen. Mal kann ich großes vollbringen, mal breche ich ein. Aber in beiden Fällen habe ich Christus, der mich hält, der mir seine Hand reicht und rettet.

Ihr Pfarrer

 

 

1 Hamburger Kunsthalle; wikimedia; public domain