Herzliche Grüße von Haus zu Haus

Zitat

Liebe Leserin, lieber Leser,

Es grünt und blüht, so weit das Auge reicht. Im ganzen Land hört man die Vögel singen; nun ist die Zeit der Lieder wieder da! (Hoheslied 2,12)

Die Zeit des Frühlings ist die Zeit des Singens, die Zeit der Lieder. Die Zugvögel kehren zurück, ihre Stimmen werden zum Zeichen des Frühlings.

Nicht nur die Jahreszeit sondern auch der textliche Rahmen, in dem der Vers aus dem Hohelied der Liebe steht, macht deutlich, dass es um eine besondere Zeit geht. So wird an dieser Stelle auch ein besonderes hebräisches Wort für das Singen verwendet. Es findet sich in der Bibel häufig in Psalmen und Dankliedern an Gott.

Es geht also nicht nur um irgendwelche Lieder auf den Lippen, es geht um Loblieder, um Lob Gottes. Diese Zeit der Lieder ist eine feierliche, ja göttliche Zeit. Das Hohelied der Liebe verbindet beides. Es ist ein Liebeslied, das sich liebende Menschen singen. So wird es aber auch ein Lied der Liebe Gottes zu uns Menschen.

„Der Mensch liebt, weil und wie Gott liebt. Seine menschliche Seele ist die von Gott erweckte und geliebte Seele.“ (Franz Rosenzweig)

Wer liebt, der macht es dem Menschen schön, den er liebt. Man staunt über die Kreativität, die dabei oft freigesetzt wird.

So auch Gott in seiner Liebe zu uns Menschen. Er macht es uns mit fast spielerischer Kreativität schön und wir können nur darüber staunen, wie seine Werke so groß und viel sind, wie weise er sie geordnet hat. Wird das wieder neu bewusst, dann bricht die Zeit des Jubilierens, des Gotteslobes an. Wir wollen dankbar in dieses Gotteslob einstimmen.

Ihr Pfarrer Dr. Joram Luttenberger