Herzliche Grüße von Haus zu Haus

Zitat

Liebe Leserin, lieber Leser,

Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn. (Markus 11,9)

Advent, Gott kommt! Der Schöpfer des Himmels und der Erde wurde ein Kind mit Namen Jesus und lag in einer Krippe, nahe zu unbeachtet, mittellos, auf die Hilfe von Menschen angewiesen. Doch gerade dieses Kommen hat Menschen verändert und verändert sie immer wieder neu, auch wenn das heute weitgehend vergessen scheint oder vergessen gemacht werden soll. Gott kommt zu uns in Jesus als Geschenk. Die Frage ist, sind wir offen dafür, uns so wundervoll beschenken zu lassen oder wollen wir nur noch aus uns selbst sein? Martin Luther hat das Gottesgeschenk sehr schön deutlich gemacht:

„Das Hauptstück und der Grund des Evangeliums ist, dass du Christus zuvor, ehe du ihn dir zum Vorbild fassest, aufnehmest und erkennest als ein Geschenk, das dir von Gott gegeben und dein eigen sei. So dass du, wenn du ihm zusiehst oder -hörest, dass er etwas tut oder leidet, nicht zweifelst, er selbst Christus, sei mit solchem Tun und Leiden dein, worauf du dich nicht weniger verlassen kannst, als hättest du es getan, ja als wärest du derselbe Christus.“

Unser Gott kommt zu uns, mitten in die Nacht der Welt und unseres Lebens, in die Traurigkeit und den Schmerz, in die Einsamkeit und bedrückende Schuld, in den Streit und Unfrieden. ER bringt sich in dem Kind in der Krippe sehr behutsam zu Gehör – wie laut und auf dringlich ist da gegen die lärmende Propaganda oder Werbung unserer Zeit! Gottes Reden ist anders. Er kündigt sich durch sein Wort an, in ihm kommt er täglich zu uns. Hören wir es noch?

Wenn Gott kommt, „tritt er nicht mit der Tür ins Haus“. Jesus steht vor der Tür und klopft an, und er kommt als der helle Morgenstern! Der Morgenstern geht noch in der Nacht auf, aber genau an der Grenze zum anbrechenden Morgen. Sein Aufgang ist das untrügliche Zeichen des bald anbrechenden Tages! Dies ist Grund zu froher Hoffnung und Zuversicht:

„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. / So sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern! / Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. / Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ (Jochen Klepper)

Eine gesegnete Advents- und Weihnachts zeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Dr. Joram Luttenberger