Herzliche Grüße von Haus zu Haus

Zitat

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.
(Matthäus 2, 2)

Es wird ein wenig Ratlosigkeit geherrscht haben, als da fremdländische Männer vor den Toren Jerusalems standen und nach dem „neugeborenen König” fragten. Niemand weit und breit hatte davon gehört.

Aufregend war auch die seltsame Sternenkonstellation am Himmel, auf die die Männer verwiesen: Jupiter und Saturn trafen sich im Sternzeichen der Fische. Der Saturn galt als Stern Israels, der Jupiter als Königsstern und das Sternzeichen der Fische stand für ein neues Zeitalter, die Endzeit.

Aber eigentlich unerhört war, dass sie das Königskind anbeten wollten. Jedes Kind in Israel wusste, dass man nur Gott allein anbeten darf. Man betet für den König aber niemals zum König. Sicher eine recht verlegene Situation für die Weisen.

Aber sie ließen sich nicht verwirren. Gegen den religiösen Trend blieben sie dabei, dieses Königskind zu suchen und es anzubeten. Sie wollten von ihm nicht etwas erbitten, den Mut hätten sie wohl nicht gehabt, schließlich ist es der „König Israels”, wie sie sagen. Nein, sie bringen sogar Geschenke mit und wollen Ihn anbeten.

Denn sie spürten: „Den aller Welt Kreis nie umschloss, der liegt in Marien Schoß.” Das ist das Wunder der Weihnacht, Gottes helle Offenbarung in dieser oft so dunklen Welt: „In unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis.”

Wir sollten es den Weisen gleich tun, gegen allen religiösen und unreligiösen Trend. Paul Gerhardt hat dafür so schöne Worte gefunden:

Ich steh’ an deiner Krippe hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring’ und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,

Herz, Seel’ und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohl gefallen.
Ich sehe dich mit Freuden an

und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib’ ich anbetend stehen.
O dass mein Sinn ein Abgrund wär’

und meine Seel’ ein weites Meer,
dass ich dich möchte fassen.

Eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit, in der die Augen und Herzen neu für das Wunder der Weihnacht geöffnet werden, wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Dr. Joram Luttenberger