Herzliche Grüße von Haus zu Haus

Liebe Leserin, lieber Leser,

Der Satan … schlug Hiob mit bösen Geschwüren von der Fußsohle an bis auf seinen Scheitel. Seine Frau sagte zu ihm: „Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten?“ … Er aber sprach zu ihr: …. „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?“
(Hiob 2; 7,10)

Der Maler William Blake hat ein düsteres Bild gemalt. „Satan schüttet die Plagen über Hiob aus“ hat er es genannt.

Es erinnert an die düsteren Bilder aus dem Mittelalter. Ich denke da an die Apokalyptischen Reiter von Albrecht Dürer mit Krieg, Pest und Weltuntergang. Unser Bild zeigt Gewitterhimmel und Blitze, die Satan schleudert wie der Zeuss der griechischen Götterwelt; aber Satan hat einen Gesichtsausdruck wie ein großes Kind, das nur spielen will. Vielleicht verliert dieses Riesenkind bald die Lust am Spiel und lässt von Hiob ab? Im Hintergrund die Sonne. Geht sie auf oder geht sie unter?

Die trauernde Frau Hiobs ist völlig in sich versunken, wie zusammengebrochen. Sie kann das Leid nicht aushalten. Ausgerechnet ihrem Hiob, der immer gut war, immer treu zu Gott gehalten hat, geht es so elend. Zu nichts außer diesem einen Aufschrei hat sie noch Kraft: „Wie kannst du immer noch an Gott festhalten?“

Ganz unverschuldet sind sie in Elend geraten. Krankheit, Unglück, Armut und Elend! Wie kann Gott  das zulassen? – die alte Frage, immer wieder gestellt in der Verzweiflung über das Unabänderliche.
Oder, wie die Freunde fragen: „Was hast du gemacht, Hiob, dass es dir jetzt so schlecht geht?“ Eine Antwort finden sie nicht. Hiob klagt und streitet mit seinem Gott.

Seine Frau und die Freunde haben aufgegeben, Hiob lässt nicht locker. Der Maler unseres Bildes zeigt das durch die Geste der abwehrenden Hände. Dann antwortet Gott. Seine Rede ist schwer auszuhalten für Hiob, sie weist ihn in die Schranken.

Schließlich bricht es aus Hiob heraus: „Ich habe erkannt, dass du alles vermagst, vom Hörensagen hatte ich von dir vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut.“

Er hat Gottes Kraft selbst gespürt, wenn auch schmerzhaft. Er gibt sich in Gottes Hand. Wir wissen, wie es ausgeht im Buch Hiob. Am Ende geht es ihm besser als vorher. Im Bild sehen wir dies nicht.

Vielleicht ist das düstere Bild unserer Stimmung angemessen in diesen Zeiten wo uns weltweit ein Virus im Griff hat und möglicherweise viele Ängste im Blick auf die Zukunft hochkommen. Bleiben wir gesund? Halten wir unseren Lebensstandard? Können wir den extremen Belastungen oder der lähmenden Ruhe noch lange stand halten?

Ein düsteres Bild mit Vertrauen in Gott zu sehen, gibt uns die Kraft, die wir brauchen.

Es ist gut, dass wir im bescheidenen Maß wieder zum Gottesdienst zusammenkommen können und uns gegenseitig be stärken in unserem Glauben.

Gottes Segen wünscht Pfarrerin Irene Brockes

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