Herzliche Grüße von Haus zu Haus

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ich hinterlasse euch Frieden; meinen Frieden gebe ich euch. (Joh 14, 27)

Diese Zusage von Jesus ist Teil seiner Abschiedsreden. Dass der Friede mit einer Person verbunden ist, findet sich in dieser
Weise sonst nirgends: „meinen Frieden gebe ich euch“. Es ist eine umso erstaunlichere Aussage, weil Jesus selbst seiner
Verurteilung und seinem Sterben entgegensieht.

Leichtfertig ist dieser Satz also nicht dahin gesagt.

Friede wird im landläufigen Sinne als Inbegriff intakter Beziehungen verstanden zwischen den Völkern und auch hinsichtlich des Wohlergehens, der Gesundheit, Sicherheit und Sorglosigkeit. Jesus liegt an einer befriedeten und geordneten Welt. Die Friedensstifter werden von ihm selig gepriesen.

Angesichts der bedrohlichen Situation für ihn und seine Gemeinde muss es hier aber noch um etwas anderes gehen.

Schon in unserer gegenwärtigen Redeweise wird deutlich, dass der Krieg aus der Welt nicht verbannt werden kann. Vor 80 Jahren brach der Zweite Weltkrieg aus, der von den Nationalsozialisten entfesselt wurde. Ausbrechen, entfesseln, beides lässt deutlich werden, dass der Krieg allenfalls
gebannt werden kann. Wie lange haben wir vom „kalten Krieg“ gesprochen oder sprechen erneut davon. Um eine Garantie von weltlichem Wohl stand geht es bei dem Wort aus dem Johannesevangelium nicht.

Darum lautet der Vers weiter: „Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch“.

Im Vergleich zu dem, was die Welt als Wohlergehen, Friede und Glück mit Recht er strebt und
auch erwarten darf, gibt es noch einen anderen Frieden. Hier ist ein Frieden gemeint, der durch nichts mehr gestört werden kann, weil er seinen Grund nicht in dieser Welt hat. Ein Frieden, der Bestand hat, „wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken“ (Ps. 46,3).

Unsere Sehnsucht nach Glück und Sicherheit ist damit nicht etwa als belanglos abgetan. Wir dürfen und sollen um das bemüht sein, was unser von Gott geschenktes Leben schön, gesund und fröhlich macht. Gott ist in Christus unter allen Umständen für uns.

Aber wir brauchen auch nicht so tun, als gäbe es nichts, was traurig und verzagt macht, wie die Nöte, die uns der Abschied von geliebten Menschen bereitet oder die Schatten, die unsere eigene letzte Stunde vor auswirft.

Christus gibt einen Frieden, der auch dann eine letzte Geborgenheit schenkt, denn nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes (Röm. 8, 39).

Schalom und Gottes Segen wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Dr. Joram Luttenberger

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